Einführung Pfarrer Moritz Drucker in St. Markus

Mit der Einführung von Pfarrer Moritz Drucker in der Markuskirche sind für kurze Zeit alle evangelischen Pfarrstellen in der Stadt Regensburg wieder besetzt.

Dekan Jörg Breu führte Pfarrer Drucker in einem Gottesdienst am 13.9. in sein neues Amt ein. Durch die Coronaeinschränkungen konnte die Kirche die Besucherinnen und Besucher nicht fassen, aber der Gottesdienst wurde über Lautsprecher auf den Kirchplatz übertragen, so dass auch dort mitgefeiert werden konnte. Den Segen sprach Pfarrer Drucker dann folgerichtig zur einen Hälfte in und zur anderen Hälfte vor der Kirche.

Die Stadt Regensburg ist Moritz Drucker bekannt, denn er wuchs im Stadtsüden im Bereich der Kirchengemeinde St. Johannes auf. Zuletzt war er Pfarrer im Auslandsdienst in der evangelischen Gemeinde in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Moritz Drucker ist verheiratet und hat drei schulpflichtige Söhne. Zurzeit muss die Familie noch übergangsweise in einer Ferienwohnung außerhalb von Regensburg wohnen, bis das Pfarrhaus an der Markuskirche nach der Renovierung hoffentlich bald bezugsfertig ist.

Am Sonntag, den 20.9. wird Pfarrer Ulrich Burkhardt von der Dreieinigkeitskirche in den Ruhestand verabschiedet. Damit ist wieder eine Pfarrstelle im Stadtbereich Regensburg vakant.

 

Hier können Sie auch seine Selbstvorstellung für den Gemeindebrief lesen:

Von der Wüste an die Donau

Mein Blick wandert aus dem Fenster. Neben dem Auto steht all das Equipment für unsere Exkursionen in die Wüste, wo wir einmal im Monat mitten im Sand Gottesdienste feiern. All das wird nun mein Nachfolger übernehmen.

Aber was kommt mit in den Container für unseren Umzug nach Bayern? Ich greife nach meiner Westerngitarre und spiele ein Lied an. Gitarrespielen habe ich in der Musikschule Regensburg gelernt, die damals noch in der Kreuzgasse war. Auf vielen Zeltlagern und Konfirmandenfreizeiten während meiner Jugend in der St. Johannes-Gemeinde habe ich in den 90er Jahren damit für Stimmung gesorgt. Jetzt geht es zurück in meine Heimatstadt.

Auch der Kaffeebecher mit dem Symbol einer kalifornischen Kirchengemeinde kommt in einen Umzugskarton. Zur Jahrtausendwende habe ich in Berkeley bei San Francisco stu-diert, davor war ich in München und Leipzig, anschließend ging's zur Vorbereitung aufs Examen nach Hamburg.

Mein Blick fällt auf eine silberne Schale. Die ersten beruflichen Erfahrungen stammen aus Bad Tölz. Dafür hat meine Großmutter mir ein Service fürs Abendmahl geschenkt. Wie oft habe ich es in den vergangenen Jahren benutzt! Nun kommt es in der St. Markus Gemein-de in Prüfening, Sinzing, Bruckdorf, Eilsbrunn, Schneckenbach, Saxberg, Viehhausen, Bergmatting, Dürnstetten, Reichenstetten, Alling und Kleinprüfening zum Einsatz.

Das Gemälde der Dreifaltigkeitskirche in Burgkirchen an der Alz wird auch im Pfarrhaus in der Killermannstraße einen Ehrenplatz erhalten. Neun Jahre war ich hier Pfarrer in einer Landgemeinde im bayerischen Chemiedreieck, die geprägt ist von Arbeitern, Vertriebenen, Aussiedlern und Akademikern. Unsere drei Söhne waren hier im Kindergarten. Der älteste kommt nun in die siebte Klasse.

Unsere Picknickdecke muss auch mit! Wenn wir sie bald an der Donau oder einem Berg-gottesdienst ausbreiten, werden wir wohl ein bisschen Wüstensand verteilen. Sechs Jahre lebten wir in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ausflüge ins Gebirge, die Wüste oder Schifffahrten auf dem Indischen Ozean waren wiederkehrende Momente im Leben der Gemeinde, die kein eigenes Kirchengebäude hat.

Das Telefon klingelt und reißt mich aus meinen Gedanken. Jemand hat Interesse an unse-rem Auto und möchte es probefahren. Schlagartig wird mir bewusst: ich gehöre schon nicht mehr hierher. Meine neue Heimat ist jetzt Regensburg. Es ist meine alte Heimat. Ich freu' mich drauf!

Moritz Drucker