Evangelisch-Lutherisches Kirchenarchiv Regensburg

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 09:00 – 11:00 Uhr

Telefon: 0941/ 5920118
Pfarrergasse 5 im Dekanatsgebäude

Das Material im Evangelisch-Lutherischen Kirchenarchiv Regensburg steht allen zur Verfügung, die Interesse an der evangelischen Geschichte von Regensburg haben. Viele Protokolle, Chroniken, Briefe, Amtstagebücher, Predigten und anderes geben interessante Einblicke in das Leben der evangelischen Gemeinde in der reichsstädtischen Zeit und im 19. und 20. Jahrhundert. Auch wenn die Kirchenbücher von Regensburg im Landeskirchlichen Archiv in Nürnberg aufbewahrt werden ist das Kirchenarchiv Regensburg z.B. mit seinen Gräberverzeichnissen, Listen verstorbener Bürger und Verträgen über die religiöse Kindererziehung bei Mischehen auch für Familienforscher interessant.

Dr. Christel Gottfriedsen

 

 

 

  • Wussten Sie, dass nach der Kirchenregimentsordnung von 1588 in Regensburg die Predigten an den Sonn- und Feiertagen nicht länger als eine Stunde dauern sollten, weil lange Predigten nicht erbaulich sind und das Gedächtnis schwächen und die Zuhörer verdrossen machen?
  • Wussten Sie, dass hier 1624 die Spannung zwischen den Konfessionen so groß war, dass die zur Unterweisung in der Oswaldkirche versammelten Kinder völlig in Panik geraten sind als drei Franziskanermönche in friedlicher Absicht die Kirche betraten?
  • Wussten Sie, dass es im 18. Jahrhundert immer wieder Probleme mit den Gesandten wegen der Gottesdienstzeiten gab, weil ihnen z.B. der Beginn der Fastenpredigten um 7 Uhr der Zeit nach gar zu früh war ?
  • Wussten Sie, dass es im 19. Jahrhundert unter der Woche Abendmahlsfeiern gab für die Menschen, die sich keine dem sonntäglichen Gottesdienst angemessene Kleidung leisten konnten?
  • Wussten Sie, dass im 1.Weltkrieg unter Mithilfe der Schuljugend altes Zeitungspapier gesammelt wurde als Strohersatzmittel zur Füllung von Bettsäcken für die Truppe?

Diese Informationen und unzählige weitere Details, die das Leben der evangelischen Christen in Regensburg anschaulich machen, sind in den Quellen enthalten, die im Evangelisch-Lutherischen Kirchenarchiv Regensburg aufbewahrt werden. Die Informationen aus den Chroniken, Jahrbüchern, Protokollen und Briefen stehen jedem zu Verfügung, der Interesse an einem Thema aus Regensburgs Kirchengeschichte hat und sie bieten sicher auch Material für Seminararbeiten und ähnliches. Manchmal ist allerdings das Lesen nicht ganz einfach!
Ich komme auch gerne in Gemeinden und Kreise und berichte z.B. über die Züge der Salzburger Exulanten, die durch Regensburg kamen, über die vielen Gottesdienste, die man hier früher gefeiert hat, regelmäßig und zu besonderen Anlässen, über typische Lebensläufe von Predigern, über das Zusammenleben mit den Katholiken und mit den Gesandten oder über vieles andere. Es wäre schade, wenn die interessanten Texte nur ungenutzt im Archiv liegen.