Jesus und der Hamster

Gedanken zur momentanen Situation

Über das alltägliche Leben Jesu wissen wir nur relativ wenig. Er war ein Wanderprediger, hatte einen Beruf (Zimmermann), den er dann für seine Berufung aufgab. Er galt als Fresser und Säufer, verwandelte in seinem ersten Wunder Wasser zu Wein.

Seinen Jüngern trägt er auf, sich nicht zu sorgen und keine große Ausrüstung mit sich zu nehmen. Er stellt die Vögel als Vorbild dar, die sich keine Vorräte schaffen, sondern täglich davon leben, was sie finden. Doch Jesus ist Wanderprediger und Zimmermann, von der Natur hat er keine große Ahnung. Denn es gibt natürlich schon Tiere, die sich Vorräte anhäufen: Die Eichhörnchen vergraben ihre Eicheln, die Mäuse suchen sich auch gewisse Vorräte. Doch diese Tiere machen Winterschlaf und brauchen dann Energie, wenn sie wach werden.

Jesus sammelt keine Hamster, kein Klopapier, keine Nudeln. Er vertraut darauf, dass er bekommt, was er braucht. Nur zu einem mahnt er seine Jüngerinnen und Jünger, mahnt er uns: Sammelt Euch Schätze im Himmel, denn das ist es allein, was zählt.

Und dieser Schatz im Himmel ist das Geschenk Gottes, dass er uns seine Nähe und seine Liebe schenkt. Diesen Schatz werden wir nun eine Zeit für uns alleine genießen müssen oder höchstens mit unserer Familie. Die Kirchen haben zu. Aber wir können über Telefon und Internet in Verbindung bleiben. Und wenn die Kirchenglocken läuten, dann nehmen Sie das ruhig als das, für das es gedacht ist: Zum Gebet zu rufen. Und sprechen Sie ein Vaterunser für sich oder im Kreis Ihrer Familie.

Den Segen Gottes können wir nicht hamstern, aber er kommt überfließend zu uns, uns zu stärken in Zeiten der Not und der Ängste.

Bleiben Sie behütet!

Ihr
Klaus Weber
Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit im Donaudekanat